Förderprogramme

Wer von seinen alten Excel-Dateien und Zettelwirtschaft umstellen möchte, wird damit nicht alleine gelassen. Beim Umstellen auf Cloud-Software kann man Unterstützung vom Bund einholen. Was bezuschusst wird, wie die Anträge gestellt werden und weshalb Planungsbüros besonders davon profitieren können - das erläutert Tina Mattern-Brucker im Artikel.

Die finanzielle Belastung der Einführung neuer Software kann durch Fördergelder abgefedert werden

Nicht erst seit der Corona Krise zeigte sich, dass Deutschland noch so einigen Nachholbedarf in Puncto Digitalisierung hat. Um die als dringend eingestufte digitale Transformation zu beschleunigen und zu forcieren, haben Bund, Länder, Kommunen und auch die EU mehrere Förderprogramme aufgelegt, die entweder als Kredite oder sogar als nicht rückzahlbare Zuschüsse ausgestaltet sind. Dabei haben die Fördergeber besonders mittelständische Unternehmen in den Blick genommen. Damit sind Unternehmen gemeint, die zwischen 3 und 499 Mitarbeiter beschäftigen und ihren Unternehmenssitz in Deutschland haben.

Auch Architektur- und Ingenieurbüros, die die obenstehenden Größenkriterien erfüllen – und das werden die meisten – sind antragsberechtigt und förderungswürdig.

Einige Programme können auch gleichzeitig in Anspruch genommen werden, so dass sich bei manchen Digitalisierungsprojekte, die Fördersumme auf 100 % summieren kann. Für Klein- und Mittelbetriebe bietet sich die Möglichkeit erhebliche finanzielle Mittel abrufen, die die finanzielle Herausforderung durch die Umstellung auf moderne digitale Prozesse und Systeme, stark abfedern.

In den allermeisten Fällen muss der Förderantrag vor der Realisierung des Digitalisierungsprojektes gestellt und genehmigt werden. Um die Förderung nicht zu gefährden, sollte deshalb unbedingt der Förderbescheid abgewartet werden.

Die Antragstellung ist nicht sonderlich komplex und kann – bis auf wenige Ausnahmen - von jedem Planerbüro selbst gestellt werden. Da es sehr viele unterschiedliche Förderprogramme gibt, ist eher die Entscheidung welches man wählt, komplex.

Von der Antragstellung bis zum Förderbescheid muss mit einer Dauer von ca. 4 Wochen gewartet werden.

 

Je nach Förderprogramm werden Investitionen in Hard- und Software, Weiterbildung der Mitarbeiter und Beraterleistungen für externe Berater gefördert.

Förderprogramme des Bundes:

Digital Jetzt

Seit September 2020 hat der Bund das Förderprogramm „Digital jetzt“ aufgelegt. Dieses Förderprogramm läuft bis 2024 und ist mit insgesamt 250 Millionen € ausgestattet. 

Die Förderart ist als nicht rückzahlbarer Zuschuss ausgestaltet. Die Förderhöhe ist auf maximal 70 % der Investitionssumme begrenzt. Die Fördersummen liegen zwischen 3.000 € bis 100.000 €.

Gefördert werden Anschaffungskosten von Hard- und Software und Weiterbildungskosten für die Mitarbeiter.

Über ein Losverfahren mit monatlicher Ziehung werden registrierte Antragsteller ausgewählt. Die Ziehung erfolgt jeweils zum 15. Eines Monats.

Für die nächste Ziehung am 15. November steht eine Fördersumme von 10 Millionen € bereit.

Die Registrierung und Antragstellung erfolgt ausschließlich über das Förderportal

Digital Jetzt - Förderportal (digitaljetzt-portal.de)

Weitere Informationen zu diesem Förderprogramm können Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erhalten

BMWi - „Digital Jetzt“– Neue Förderung für die Digitalisierung des Mittelstands

ERP Digitalisierungs- und Innovationskredit

Ebenfalls zur Förderung der Digitalisierung in Klein- und Mittelbetrieben wurde der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit aufgelegt. Die Förderart ist bei diesem Programm als rückzahlbarer Kredit ausgestaltet.

Fördergeber ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Gefördert werden Investitionen und Betriebsmittel von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben wie die Anschaffung von Hard- und Software und die Weiterbildung der Mitarbeiter.

Beantragt werden können Kredite zwischen 25.000 € und 25 Millionen €. Der Kreditbetrag wird mit 1 % p.a. verzinst. Der Kredit wird mit einer Ausfallrisiko-Übernahme von 70 % abgesichert.

Beantragt werden kann der Kredit über die Internetseite der KfW:

ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (380, 390, 391) (kfw.de)

 

Förderprogramme der Länder:

Jedes Bundesland unterstützt die digitale Transformation in kleinen und mittleren Unternehmen durch eine Vielzahl von Förderprogrammen. Ausgestaltet sind diese in Form von Zuschüssen, Krediten, Bonus oder Prämien.

Auch durch diese Förderprogramme werden die Anschaffungskosten für Hard- und Software, Weiterbildungskosten für Mitarbeiter oder Beratungsleistungen finanziell unterstützt.

Die Anzahl und Vielfalt der Programme ist so groß, dass eine Darstellung aller dieser Optionen, den vorhandenen Rahmen sprengt.

Sie können allerdings sehr einfach selbst nach den Förderprogrammen Ihres Bundeslandes suchen. Unter der Internetadresse

Förderdatenbank - Startseite (foerderdatenbank.de)

können Sie alle Förderprogramme nach Bundesland selektieren und die Bedingungen für die Förderbewilligung einsehen.

In das Suchfeld geben Sie beispielsweise den Begriff Software (Digitalisierung, Weiterbildung, Beratung usw.) ein. Im nächsten Schritt wählen Sie im Filter „Fördergebiet“ Ihr Bundesland aus.

Angezeigt werden Ihnen dann alle für Sie in Frage kommenden Förderprogramme.


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